ZUGER PRIVILEG
 

Kulturlandsgemeinde, 30. August 2008



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kultur_netz_zug

Landsgemeinde 2008

Samstag, den 30. August 2008, 10.30 – 17.00 Uhr

Rückblick
Auftakt:
Ab 10.30 Uhr: Eine eindrückliche Reihe von Plakaten auf dem Landsgemeindeplatz forderten das kulturinteressierte Publikum auf, bekannte und unbekannte Persönlichkeiten und Organisationen, die in allen Gemeinden des Kantons Zug kulturell tätig sind, zu nennen und schriftlich festzuhalten. Auch wenn sich der Publikumszustrom anfänglich in Grenzen hielt, füllten sich die Plakate erfreulich.

Ab 14.00 Uhr fanden sich auf der Wiese neben dem podium41 gegen 140 Kulturinteressierte und Kulturaktive ein zur Kulturlandsgemeinde 2008. Die farbigen Schirme waren, einmal mehr als Sonnenschirme nützlich, sehr begehrt und ergaben erneut ein farbig-anregendes Bild der Kultur in Zug. Musikalisch begleitet wurde der Aufmarsch durch die bArden mit uralten und urneuen Melodien

Landsgemeinde:
Um 14.30 Uhr eröffnete Christoph Balmer die Kulturlandsgemeinde 2008 mit einem kurzen Rückblick auf die Kulturlandsgemeinde 2007. Die seinerzeitigen Initianten und Organisatoren haben, mit grosser Unterstützung von zahlreichen freiwilligen Kulturaktiven, die Umsetzung der im Manifest 2007 geforderten Massnahmen an die Hand genommen und am 24. Januar 2008 erstmals vorgestellt. Im Mai 2008 konnte mit Edith Stocker eine professionelle Netzwerkerin mit grossem Kulturverständnis gewonnen werden, die sich mit sichtbarem Erfolg der Konkretisierung der Netzwerk-Gedanken widmete.
Leider konnte auf die Landsgemeinde 2008 hin ein Ziel nicht erreicht werden, die Erlangung der grundsätzlichen Unterstützung des netz_werk_zug durch die öffentliche Hand. Edith Stocker hat sich deshalb entschlossen, eine Pause einzulegen, sie wird ihre Arbeit nach Vorliegen dieser Grundsatzerklärungen wieder aufnehmen. In seinem Grusswort betonte Regierungsrat Patrick Cotti das grosse kulturelle Engagement des Kantons und dankte den Initianten und der Trägerschaft der Kulturlandsgemeinde.


«Ein-Minuten-Reden»:
In einem kurzen Votum führte Rainer Peikert in die «Ein-Minuten-Reden» ein. Über 30 kulturell engagierte Persönlichkeiten aus dem ganzen Kanton, bekannte und weniger bekannte, ältere und weniger ältere, wurden eingeladen, ein Statement zu Ihrem persönlichen Kulturverständnis und ihren kulturellen Anliegen abzugeben, siebenundzwanzig Statements – fundiert, eigenständig und vielfältig – sind eingegangen, neun davon wurden an der Landsgemeinde 2008, zwischen den einzelnen Traktanden präsentiert.

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kultur_netz_zug:
In Vertretung von Edith Stocker übernahmen es Christoph Balmer und Rainer Peikert, den heutigen Stand im Aufbau des kultur_netz_zug zu präsentieren:

Vier Merkmale des kultur_netz_zug:

Merkmal 1:
Die Beteiligten: Kulturschaffende, Veranstalter, Behörden, Vereine, Schulen In Zug wirken viele Kulturengagierte, wir können aus dem Vollen schöpfen Das Netz besteht aus kreativen Menschen, die zwar das tun, was ihnen liegt, die aber gerne miteinander reden, miteinander wirken wollen, und die auch Auseinandersetzungen nicht scheuen. Es geht um Kulturschaffende, Kulturvermittler und andere kulturinteressierte Menschen. Es geht aber auch um Vertreter von Kanton / Städten und Gemeinden / Kulturkommissionen, Vereinen, Schulen usw.

Merkmal 2:
Ziel: Nach innen und aussen spürbares Kulturklima schaffen. Viele Bewohner im Kanton Zug empfinden die zunehmende Anonymität als drückendes Problem. Alles ist geordnet, teuer, perfekt, es gibt kaum mehr Freiräume und Originale. Das äussert sich auch im distanzierten Interesse für kulturelle Veranstaltungen.

kultur_netz_zug will:
– den Boden für ein anregendes Kulturklima schaffen.
– ergründen, was an der Kultur in Zug unverwechselbar ist, was Zug auszeichnet.
– aufzeigen, was – neben dem Geld – den Kanton Zug wirklich reich macht.
Das Resultat dieser Bemühungen soll nach innen und aussen erlebbar gemacht werden.

Merkmal 3:
Die Instrumente: Kulturtage, Kultur-Debatten, Kulturportal, Chollerhalle
– Kulturtage: (sind Gegenstand des nachfolgenden Traktandums.)
– Choller-Debatten: In Zug fehlt eine solide Plattform für kulturpolitische Auseinandersetzungen. Frühere Initiativen sind versandet, weil keine professionellen Strukturen vorhanden waren. kultur_netz_zug soll diese Lücke effizient füllen. Viele Themen warten auf eine Behandlung. Zwei Beispiele: Die Abstimmung zum Kulturlastenausgleich und die Frage: Warum geben viele andere Kantone deutlich mehr Geld für Kultur aus?
– Kulturportal: Das Problem eines Kulturkalenders auf dem Internet ist seit Jahren hängig. Das kultur_netz_zug will über ein einziges, interaktives Kulturportal alle kulturrelevanten Informationen abrufbar machen und mit Blog, Agenda usw. den Informationsaustausch fördern.
– Chollerhalle: Diese soll wieder vermehrt als Aktionszentrum für regionale Kultur dienen.

Merkmal 4:
Der Nutzen: Zuger Kultur lustvoll erleben, Kooperation, Gehör für kulturelle Anliegen
– Alle Bewohnerinnen und Bewohner im Kanton Zug können Kultur spontan, anregend und lustvoll erleben
– Die Kulturschaffenden erhalten eine Plattform, auf der sie gemeinsam und wirkungsvoll ihre Anliegen vertreten können.
– Für die Kulturvermittler wird eine effiziente Informations-Plattform für Zusammenarbeit geschaffen. Sie erhalten verstärkte Präsenz in den Medien und im Bewusstsein der Bevölkerung und erreichen damit ein breiteres Publikum.
– Die Behörden finden direkten Zugang zu allen kulturell tätigen Menschen und Organisationen und haben Anteil am kulturpolitischen Austausch und der Meinungsbildung auf dieser Ebene. Christoph Balmer erläutert, wie das kultur_netz_zug als selbstständige Einheit, neben Kulturkalender und Chollerhalle, in die IG Kultur eingebaut wird. Dies erfordert eine Erweiterung des Vorstandes und einen personellen Ausbau der Geschäftsstelle der IG Kultur Zug.

In der Abstimmung votierten alle Teilnehmer – mit einer Enthaltung – für die Weiterführung der Vorbereitungs- und Umsetzungsarbeiten am kultur_netz-zug.

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kultur_fest_zug 2009 und 2010:

Heiri Scherer erläutert in einigen Beispielen mögliche Inhalte und mögliche Formen von Kulturtagen. Das Zuger Kulturnetz sicht- und hörbar machen. Nicht nur vernetzen um zu wissen was wann wo läuft, sondern wirkliche Vernetzung mit gemeinsamen Auftritten. Mit überraschenden Kombinationen ein anderes Publikum erreichen Ziel sind jährlich wiederkehrende Kultur-/ Musiktage mit Zuger Kulturschaffenden.

Eine Idee als gemeinsame Basis
Kein Jekami. Darum eine Idee, z.B.: «bergauf und bachab».
Ein poetisches Motto, das die Phantasie anregt, die Eigenart unserer Landschaft aufnimmt und ungewohnte Orte in den Vordergrund stellt: vom Gubel bis zum Seeufer im Choller. Und damit Auftritte nicht nur in der Stadt Zug, sondern an verschiedenen Orten im ganzen Kanton.

Hohe Qualität muss gewährleistet werden.
Eine externe künstlerische Koordination / Leitung soll verschiedenste Zuger Kulturschaffende zusammenbringen. Lustvoll, überraschend, einmalig sollen diese Tage werden.

Ein möglicher künstlerischer Koordinator / Leiter
Dani Rohr, Schauspieler, Künstlerischer Leiter des Theaters Rigiblick in Zürich und der Kulturtage Göttingen, wäre ein geeigneter Kandidat, der interessiert ist und dem Projekt grosse Chancen gibt.

Die Abstimmung ergab, dass alle Teilnehmer, mit Ausnahme von drei Stimmenthaltungen, dieses Projekt unterstützen wollen.
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Projekt KulturLegi Zug:

Bereits an der Kulturlandsgemeinde 2007 stellte der «Kulturpass», der weniger bemittelten Bewohnern unseres Kantons den Zugang zu Kulturveranstaltungen ermöglichen soll, ein wichtiges Thema dar. Jaqueline Falk, Kulturbeauftrage des Stadt Zug hat diesen Ball aufgenommen. In einem Schreiben, das an alle Mitglieder der IG Kultur Zug und weitere Kreise ging, hat sie die «KulturLegi» der Caritas Schweiz vorgestellt. Sie fordert die Anwesenden auf, zu diesem Projekt Stellung zu nehmen. E-Mail-Adresse: jacqueline.falk@zug.zg.ch

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mani_fest_zug_2008:

Das Kulturmanifest 2008 liegt in gedruckter Form vor und wurde allen Teilnehmern abgegeben. Christoph Balmer weist auf den Hintergrundtext «Kultur in Zug hin» und verliest das eigentliche Manifest, das in diesem Jahr unter dem Titel «Taten statt Worte» steht.

Die nachfolgende Abstimmung, diesmal mit geöffnetem Schirm, ergab eine einstimmige Annahme ohne Stimmenthaltung.

In seinem abschliessenden Grusswort nahm Dolfi Müller, Stadtpräsident, den Faden des Wassers als Netzwerk
nochmals auf, wies auf das zu erarbeitende Kulturleitbild der Stadt hin und sicherte der der IG Kultur Zug seine
Unterstützung zu.

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Schlussakkord:
Die dezent in weiss gekleidete blehmuzik eröffnet mit farbig-sinnlichen Klängen den Schlussakkord. Christoph Balmer schloss den offiziellen Teil der Landsgemeinde mit dem Dank an alle Teilnehmer und alle bei der Vorbereitung und der Durchführung Beteiligte. Rainer Peikert forderte die Teilnehmer auf, mit einem von der blehmuzik angeführten fest_zug Richtung Landsgemeindeplatz Farbe zu bekennen und mit dem offenen Landsgemeinde-Schirm Kultur in Zug sichtbar zu machen. Der fest_zug wurde vor dem Rehpark für eine eindrückliche Fotoaufnahme kurz angehalten. Nachher trafen die Teilnehmer auf dem Landsgemeindeplatz ein um die Plakataktion abzuschliessen und sich bei netz_braten aus dem befreundeten Glarnerland und fest_wein aus verschiedenen Weinbergen des Kantons Zug zu stärken.

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Dank:
Wir danken
– den Mitgliedern der verschiedenen Arbeitsgruppen, die regelmässig oder sporadisch bei der Vorbereitung der Kulturlandsgemeinde 2008 mitgewirkt haben.
– Frau Hildegard Muri und Frau Marianne Thaler, IG Kultur Zug, für die administrative Betreuung
– Herrn Marco Mettler, Verantwortlicher des Zugendkultur-Festivals, für die gute Zusammenarbeit.
– den Damen des netz_braten Teams
– dem Hotel Aesch in Walchwil und der Chäppeli Genossenschaft/Gemeinde Hünenberg für das Sponsoring ihrer Weine.
– der Rebbaugenossenschaft Steinhausen für die Mithilfe beim Ausschenken der Weine.
– den Sponsoren: Kanton Zug, Stadt Zug, Stadt Baar, Gemeinde Hünenberg, Gemeinde Risch, Gemeinde
Steinhausen, Gemeinde Unterägeri, Bürgergemeinde Zug, Korporation Zug, MediBank, Zug, Risi AG, Baar, Zuger Privileg, und allen, die nicht genannt sein wollen.

Die Initianten:
Edith Stocker, Nicolett Theiler, Christoph Balmer, Rainer Peikert, Heiri Scherer

Zug, den 3. September 2008 / Rainer Peikert 

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