ZUGER PRIVILEG
 

GV 10 Jahre Zuger Privileg, 02. Februar 2009



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So hurtig wie sonst ging die GV diesmal nicht über die Bühne. 10 Jahr Zuger Privileg verpflichten.

Was sich in dieser Zeit angesammelt hat, lässt sich zeigen. Mit Genugtuung leerte Präsident Heiri Scherer das Füllhorn zu Beginn der gut besuchten GV. Veranstaltung über Veranstaltung purzelte da ins gutgelaunte Publikum. Das sich erinnerte –schmunzelnd, wieder erkennend. Die Handschrift könnte prägnanter nicht sein. Überraschende Perspektivenwechsel, im Alltäglichen verwurzelte Sinnenfreude, gepaart mit der Lust am und auf Querdenken, daran erkennt man das Zuger Privileg. Von „ Dr. Norden“, dem Arztroman-Abend in der Chamer Privatklinik, zu „Was hat Kitsch mit Kunst zu tun?“ bis zur kultverdächtigen jährlichen Matinée culinaire im Brandenberg ─ die Veranstaltungen türmten sich. Zehn Jahre brauchen Zeit. Und schliesslich kapitulierte Präsident Heiri Scherer. Eine Liste mit allen Veranstaltungen ist auf der Homepage des Zuger Privilegs nachzulesen.

Kurz der Blick deshalb auf die Veranstaltungen im Jahr 2008 …
• „Überleben in Auschwitz“, Lesung mit dem Schauspieler Ueli Jaeggi.
• Matinée culinaire: Metzgete im Brandenberg.
• GV 08 in der Musikschule Zug. Konzert unter dem Motto „Mit Klarinette“; musikalische Verantwortung: Ulrich Zimmermann.
• Besuch im Haus Konstruktiv in Zürich/ Rockefeller Dining Room.
• „Ausflug ins sagenhafte ‚ob dem Wald’“.
• Exkursion „Was Sie schon immer über Bienen/Honig wissen wollten“.
• Gestohlen. Gebrandschatzt. Geköpft. Eine historische Lesung.
• Vortrag von Prof. Konrad Paul Liessmann: „Irrtümer der Wissensgesellschaft“.

… und ein Ausblick ins Jubiläumsjahr 2009
Die historische Lesung „Gestohlen. Gebrandschatzt. Geköpft“ war der Veranstaltungsschwerpunkt im vergangenen Jahr. In der Geschichte des Zuger Privilegs stellt sie gemäss Heiri Scherer ein Meilenstein dar. Mit dem ambitionierten Projekt habe der Verein die anvisierte Flughöhe erreicht. Begeistert vom Publikum aufgenommen, wird die Produktion mit grosser Wahrscheinlichkeit im Jubiläumsjahr erneut aufgeführt. Eine Teilpartnerschaft mit der Neuen ZZ ist angedacht.
• Mai: Zuger Kulturtage: von der Kulturlandsgemeinde initiiert, werden sie 2009 zum ersten Mal realisiert; der Kanton hat seine Unterstützung signalisiert; das Zuger Privileg ist Mitorganisator.
• 28. Juli: die diesjährige Matinée culinaire ist eine Chriesi-Matinée. Sie wird im Rahmen eines vom Kanton mitinitiierten und -getragenen Chriesi-Grossprojekts (Bund) stattfinden: u.a. Degustation von unterschiedliche Sorten Zuger Kirsch(en). Gusti Brandenberg ist mit von der Partie.
• Frühsommer: Auf den Spuren der Zurlaubiana: Einblicke in die bewegte Geschichte der Privatbibliothek von Beat Fidel Zurlauben, Generalleutnant, historischer Militärschriftsteller, Historiker (1720 bis 1799).
• Ende Sommerferien, Mitte August: 10 Jahre Zuger Privileg: das Fest.

… schliesslich die Rechnung 08. Die Vereinsrechnung 2008, die der neue Aktuar Holger Wanke präsentierte, schliesst bei einem Ertrag von 34 950 Fr. und einem Aufwand von 38 564.90 Fr. mit einem Verlust von 3614.90 Fr. Das negative Resultat wurde nicht zuletzt durch die überdurchschnittliche Anzahl von Veranstaltungen im Berichtsjahr verursacht.
Der Kanton wird mit einem Beitrag von 5000 Franken - etwas verspätet - die Produktion Gestohlen. Gebrandschatzt. Geköpft. mit unterstützen und damit das Resultat verbessern.

…und dann erobert dieRegierung die Bühne: das sind Roland Altherr, Keybord, Gesang, Hanspeter Dörig, Schlagzeug, Massimo Schilling, Gitarre, Martin Baumer, Handorgel, Trompete, Gesang, Franco Scagnet, Vibraphon und Heinz Büchel, Kontrabass. Seit 27 Jahren spielen sie zusammen. Das spürt man. Schnell entfalten sich die Musiker, erobern den Raum mit Witz, Tempo und Rhythmus. Ihre Handicaps sind Teil der musikalischen Performance. Stile und Sprachen werden effektvoll eingesetzt und spielerisch genutzt. Aufeinanderhören ist das A und O. Das ist mit Händen zu greifen. Heinz Büchel ist mit seinem Kontrabass der ruhende Pol der Band. Die Musiker entfalten von hier aus ihre phänomenale Bühnenpräsenz. Jeder für sich eine Welt. Martin Baumers Handorgelspiel und Roland Altherrs Sprechgesang im temperamentvollen Zwiegespräch. Roland Altherr erzählt uns mit tiefer, sonorer Stimme eine Liebesgeschichte – schnackelt mit beiden Zeigfingern. Lacht in sich hinein. Martin Baumer wechselt ohne mit der Wimper zu zucken von der Handorgel zu Kornett und Trompete. Und spielt. Eine rasante Performance mit parodistischem Flair. Hanspeter Dörig, dessen Darbietung einer Eigenkomposition zwischenzeitlich scheinbar auf Abwege geraten ist, schwenkt verschmitzt lächelnd in die Schlusskurve ─ mit der kindlich verträumten Melodie aus der Spieldose „Guten Abend, gut Nacht …“

Die Privilegierten feierten die Musiker DerRegierung mit begeistertem Applaus. 

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