ZUGER PRIVILEG
 

Der Rote Pfeil – Sommerausflug 2011, 10. September 2011



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Eine Reise in den Süden – Besuch von drei Trouvaillen im Tessin

Samstagmorgen, 7.00 Uhr, Durchsage im Bahnhof Zug:
«Der Rote Pfeil für das Zuger Privileg fährt auf Gleis 5». 95 Personen steigen in den «Churchill» an diesem wunderschönen Herbstmorgen, Tische werden erobert, in den Führerstand wird gedrängt und los geht’s. Die Stimmung wie auf einer Schulreise – wunderbar. In Rotkreuz wird eine Lokomotive hinten angehängt, da ein Motor des Triebwagens einen Schaden hat.
Zugersee, der Rigilehne entlang in den Talkessel von Schwyz. Axenstrasse und Urnerland flitzen vorbei: Kirchlein oben, Kirchlein da drüben, Kirchlein unten.Vor lauter Geschwätz verpassen die meisten das lange Loch unter dem Berg. Dann wunderschönes Wetter auch im Süden.

Halt in Giornico, wo die Bahn sonst nicht mehr hält. Die kleine Wanderung zur romanischen Kirche San Nicola, eine der schönsten Kirchen der Schweiz. Zum Stil der Kirche gehört der Choral, diese eigenständige Musikform aus der Zeit des Kirchenbaus . Beat Schwerzmann, Bass aus Baar singt auf der Brüstung über der Krypta und bringt die Einmaligkeit des Kircheninnenraumes zusammen mit der Einmaligkeit der gesungenen Psalmen.
Kunstgeschichtliche Erklärungen zur Kirche gibt uns Frau Marty aus Giornico.
Anschliessend Besuch im Museum Josephson, wenige 100 Meter von der Kirche entfernt.
Was verblüfft ist die Verwandtschaft dieser zwei Räume, die Kargheit der Romanik und die Einfachheit des modernen Museum – zwei Gebäude die sich zu einem Kunsterlebnis ergänzen.

Der Zug fährt wieder ein in den Bahnhof Giornico und wir setzen uns an weiss gedeckte Tische zum Mittagessen. Es wird serviert, getrunken, geschwatzt und gegessen. Das dauert,
bis Mendrisio, wo zwei Busse auf uns warten und nach Ligornetto ins Museo Vela bringen.
In zwei Gruppen wird das Museum angeschaut und im Park Vini di Rovio degustiert, dann
umgekehrt, damit alle von allem eine Kostprobe bekommen.

Die wenigsten unserer Gesellschaft haben weder Hans Josephson, den zeitgenössischen Bildbauer, noch Vincenzo Vela, den Tessiner Bildhauer aus dem auslaufenden 19. Jahrhundert gekannt. Beide sind grossartig, in Giornico die konsequente Reduktion, in Ligornetto das figürliche Schaffen – von der reizenden Flora im Park bis zum Standbild von Vittoiro Emmanuele in der grossen Halle. Das von Mario Botta neu renovierte Museum war das Atelier dieses grossartigen Tessiner Künstlers.

Mit den Bussen weiter nach Capo Lago und von zurück nach Zug – nicht ohne Zvieriplättli und dem passenden Wein. Als dem Anlass entsprechender Abschluss noch ein Sonnenuntergang der Extraklasse über dem Zugersee.
 

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