ZUGER PRIVILEG
 

Madame Bovary – Elisabeth Edl, 18. November 2013

18. November im Kulturzentrum Galvanik gab es ein Gemeinschaftsanlass mit dem Übersetzer Stipendium Zug.
Die bekannte und preisgekrönte österreichische Übersetzerin Elisabeth Edl las aus dem von ihr übersetzten Roman von Gustav Flaubert ,Madame Bovary"
Es ist ihr gelungen, das was Flaubert auf Französisch erreichte, auch in der deutschen Übersetzung nachvollziehbar zu machen.

1.3.2014/ru ; 10.12.2015/aw

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Die österreichische Übersetzerin Elisabeth Edl übersetzt Meisterwerke der französischen Literatur ins deutsche. Furore machte sie mit der Übersetzung der Romane von Stendhal; die letzten Jahre widmete sie der Übersetzung von Gustave Flauberts Roman «Madame Bovary», wofür sie höchstes Lob erhielt. Sie widmet sich aber auch dem Schwierigsten, was es im ‚Geschäft‘ der literarischen Übersetzung gibt, der zeitgenössischen französischen und westschweizerischen Lyrik. Zu Recht erhielt sie diverse Übersetzerpreise, so 2009 den Zuger Anerkennungspreis. Im Winter 2013 /14 hat sie die«August Wilhelm Schlegel Gastprofessur für Poetik der Übersetzung» an der Humboldt-Universität zu Berlin inne.

Gustave Flaubert (1821–1880) schrieb mit «Madame Bovary» einen der grossen Ehebruchs-Romane der Weltliteratur. Sein Ziel war es einerseits, das Leben in der französischen Provinz mit mitleidloser analytischer Genauigkeit zu schildern, anderseits ging es ihm um die absolute künstlerische Perfektion. An jedem Satz drechselte er so lange, bis er zu einem kleinen sprachlichen Kunstwerk wurde. Dabei scheute er sich nicht, seine Zeitgenossen zu erschrecken, zu provozieren. Und es gab denn auch, nachdem der Roman erschienen war, einen Prozess gegen Flaubert wegen der «Unmoral» seines grossen Romans. Elisabeth Edl ist es gelungen, das was Flaubert auf Französisch erreichte, auch in der deutschen Übersetzung nachvollziehbar zu machen – ein Höhepunkt in der Geschichte der literarischen Übersetzung. 

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