ZUGER PRIVILEG
 

Varieté - Abend mit Judith Salome Weingartner, 19. März 2018



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In der Zuger Altstadt, zwischen Unter- und Obergasse, also an der Schwanengasse, steht das charmante kleine Varieté-Theater „Schabernack...partout“.

Hier trafen wir für den heutigen Varieté- Abend auf Judith Salome Weingartner. Mit dem Verein RaBar Bühne Zug setzt sie sich dafür ein, dass die Zuger Altstadt durch ihr Engagement wieder etwas lebendiger wird.

Wie, das zeigte sie uns an diesem Abend und zwar mit einem kleinen Koffer voller Informationen und Überraschungen.




Seit sie denken kann, hat Judith allerlei Perücken und Bärte sowie den Geruch der Theaterschminke um die Nase, stammt sie doch aus einer traditionellen Zuger Theater-Coiffeuren- Familie.
So erzählte sie zu Beginn, noch als Judith, wie sie bereits als Kind regelmässig mit dem Theater und dem Beruf des Coiffeurs, der Clownerie und dem Rollenspiel in Berührung kam. Anhand dieser kleinen Geschichte, unterbrochen mit musikalischen Akkordeon-Einlagen, verwandelte sich Judith Stück für Stück in die Clownin Gerta.

Die zur Zirkus- und Theaterpädagogin sowie in freier Kunst, Malerei und Performance ausgebildete Bühnenfrau arbeitet als diplomierte Clown-Schauspielerin und als Regisseurin auf vielen internationalen Bühnen. Sie ist staatlich anerkannte Clown SchauspielerIn, Zirkus- und Theater- PädagogIn, sowie MaskenbildnerIn.




Der Clown zeigt sich so wie er ist – unverstellt und oft auch etwas peinlich. Dass dies so ist, zeigte sich an den anfänglich etwas verhaltenen Reaktionen der Zuschauer.

Der Clown ist eine sehr authentische Figur. Er, in diesem Falle Gerta (oder eben Judith) zeigt alles von sich, spielt mit den eigenen Schwächen und Konflikten. Diese Schwächen wurden durch verschiedene funktionierende oder eben nicht funktionierende Zaubertricks und "Kunststückchen" dargestellt. Ein Clown soll ja berühren.

Und diese Berührung fand dann im direkten Kontakt tatsächlich auch statt. Gerta bat drei „zufällig“ ausgewählte Personen aus dem Zuschauerraum auf die Bühne und verteilte im Hintergrund kurze Anweisungen und kleine Requisiten.

Sodann sollte jeder der drei „Gast-Artisten“ spontan und ohne Vorbereitung sich der Rolle stellen und vor dem Publikum in einer kurzen, wortlosen Darstellung seine Aufgaben meistern.

Dabei ist Ehrlichkeit sehr wichtig. Das geht weit tiefer als Comedy. Alle drei haben ihre Aufgaben mit Bravour gemeistert; dies liessen die Reaktionen des restlichen Publikums während und nach dem Auftritt erkennen.

Es war eine spannende Mischung aus Erzählung, Schau, Bewegung und Aktion; ein interessanter Abend der uns ganz zum Lachen, zum Nachdenken, zum Schmunzeln und beim nachfolgenden Apero auch zum Diskutieren und Philosophieren brachte.

Wir wünschen dem liebenswürdigen, kleinen Varieté-Theater „Schabernack...partout“ gutes Gelingen und ein erfolgreiches langes Bestehen in der heute doch noch eher leblosen Zuger Altstadt.


Bericht: Adrian Wankmiller; 30. März 2018
 

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