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Klimawandel im Alpenraum, 25. Oktober 2018


"Klimawandel im Alpenraum und sein Einfluss auf Natur und Gesellschaft"
Ein Abend mit Prof. em. Dr. Heinz Wanner, Klimatologe.


In den letzten Monaten wurde uns vor Augen geführt, dass sich extreme Wetterereignisse wie anhaltende Trockenheit, aber auch starke Schneefälle mit Lawinenniedergängen, Überschwemmungen, Murgänge oder heftige Stürme im Gebirge möglicherweise drastisch verstärken können.

Da diese Auswirkungen unser aller Leben beeinflussen, also tiefgreifend in unsere Kultur eingreifen werden, suchten wir als „der etwas andere Kulturverein“ eine Möglichkeit, uns auf unsere Weise diesem Thema anzunähern.
Wichtig war uns, eine unpolitische und neutrale Persönlichkeit zu finden. Wir glauben dies ist uns mit Herrn Wanner sehr gut gelungen.


Unser Referent, der emeritierte Professor Dr. Heinz Wanner, ist einer der anerkanntesten Klimageografen der Welt. Der gebürtige Seeländer baute als Gründungspräsident das re-nommierte „Oeschger Centre for Climate Change Research“ für Klimaforschung an der Berner Universität auf. Bis 2010 war er dessen Leiter.

Der mehrfach ausgezeichnete Klimaforscher interessiert sich seit über 40 Jahren für die grundlegenden Vorgänge im Klimasystem und erläutert die wissenschaftlichen Analysemöglichkeiten mittels rekonstruierter Daten und Modellsimulationen.

Heinz Wanner arbeitete zunächst an verschiedenen Fragestellungen zur Strömungsdynamik und zur Ausbreitung von Luftfremdstoffen über komplexer Topographie. Die dabei erworbenen Kenntnisse konnte er bei gemeinsamen Forschungsvorhaben mit mehreren Gruppen in den Schweizer Städten Bern und Biel anwenden. Parallel zu diesen Arbeiten beschäftigte er sich regelmässig mit Fragen zum vergangenen und gegenwärtigen Wetter und Klima des europäischen Alpenraumes.


Unser Abend stand unter dem Titel:
Globale Erwärmung +3°auch in der Schweiz?
Ein hoch aktuelles Thema!

Professor Wanner stellte für uns die entscheidenden Ereignisse im globalen Klimasystem dar. Von ihm erfuhren wir in spannender, auch für uns Laien verständlicher Sprache, die Zusammenhänge zwischen Klima und den großen gesellschaftlichen Umwälzungen der letzten 12 000 Jahre.

Auch ging er der Frage nach, welche Auswirkungen die unterschiedlichen Klimaperioden mit Trocken- oder Kältephasen in den Alpen zukünftig haben könnten.

Dass er dabei stets faktenbezogen blieb und die wissenschaftlichen Bereiche ohne emotionale Verfälschungen, esoterische Ausschweifungen oder sektiererische Predigten präzise erklären und anhand von guter Aufbereitung und mit klaren Tabellen und Bilder gut verständlich aufzeigen konnte, machte den Vortrag zum eindrücklichen Erlebnis.


Wen wir ehrlich sind, ist die Summe seiner Erkenntnisse schon sehr erschreckend.

Ob wir mit diesem neuen Wissen einfach weiter leben wie bisher, oder eine lähmende Angst entwickeln, oder ob die Bestürzung reicht für eine persönliche Veränderung, bei der wir dieses Wissen als Basis unseres künftigen Handels nehmen?

Jeder Teilnehmer dieses Abends muss diese Frage für sich selber beantworten.
Denn einfache Lösungen wird es leider keine geben! Trotz aller polemischer Meinungen in den Massenmedien.

Bericht: Adrian Wankmiller (November 2018 / Juli 2019)



Dieser Anlass wurde organisiert und finanziert durch den Verein „das neue Zuger Privileg“ in Zusammenarbeit mit der „Kolingesellschaft Zug“.

- Der Anlass stand allen interessierten Personen offen.
- Gäste waren willkommen.
- Freier Eintritt


 

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