ZUGER PRIVILEG
 

Die Essigmatinée, 28. November 1999


Restaurant Brandenberg Zug


Gegen Ende seines ersten Jahres hat das Zuger Privileg gleich eine doppelte Tradition begründet. Ein Nahrungsmittel im Mittelpunkt einer Veranstaltung und ein geselliges Beisammensein im Restaurant Brandenberg. Essen hält bekanntlich Leib und Seele zusammen. Daher ist es völlig unverständlich, warum es oft wie eine Nebensächlichkeit behandelt wird. Dass hier eine Privilegierung stattfinden sollte, versteht sich für das Zuger Privileg von selbst. Und das Schöne ist: Diese und die folgenden Veranstaltungen haben immer wieder einen Zuspruch gefunden, der das Restaurant Brandenberg voll ausgelastet hat.

Aber der Reihe nach. Die wenigsten haben sich schon näher mit Essig beschäftigt. Nun gibt es in Wien einen „Essigbrauer“ mit dem Namen Gegenbauer. Er stellt nicht nur diverse Essigsorten her, sondern macht direkt und indirekt auf einen schweren Mangel unserer durchschnittlichen Nahrungsmittel aufmerksam: Sie haben nicht wirklich Geschmack, sondern werden lediglich mit künstlichen Aromen aufgepeppt. Und unser Geschmack ist so abgestumpft, dass wir diese Täuschung gar nicht mehr wahrnehmen.

Die Matinée hatte also nicht nur Essig zum Thema, sondern „Geschmacksfragen“. Der Geschmack konnte praktisch erprobt werden. Dazwischen gab es launige Beiträge mehr oder weniger prominenter Zeitgenossen über guten und schlechten Geschmack im Alltag, in der Politik und Kultur. – Danach musste nicht mehr erklärt werden, was das Zuger Privileg mit Privileg meint. 

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