ZUGER PRIVILEG
 

Eine Herausforderung: Die eintägige Besetzung des Kunsthauses, 27. August 2000



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Kunsthaus Zug

Das war keine feindliche Übernahme. Vielmehr ging es darum, dass das Kunsthaus sein zehnjähriges Jubiläum beging, einmal alle Ausstellungsstücke wegräumte und seine Räume für schräge Ideen wie die vom Zuger Privileg öffnete. Und was war die schräge Idee? Schlicht die Frage: Was hat Kunst mit Kunst zu tun?

In diesem Fall ging das Zuger Privileg besonders gründlich vor. Die nüchterne Analyse zeigt: Wir sind von Kunst umstellt. Auf den Äckern finden wir Kunstdünger, auf dem Frühstückstisch sollte der Kunsthonig nicht fehlen, Kunststoffe wo man geht und steht, Kunstleder ziert Sitze und Kleidungsstücke, Kunstpelze dienen auf ihre Weise dem Tierschutz, Fussballspiele werden auf Kunstrasen ausgetragen, und wenn wir Ski fahren, sorgt Kunstschnee für die Abfahrt bis ins Tal. In den besseren Restaurants begegnet uns die Kochkunst und in den Konzertsälen das Kunstlied. Und wie ist es mit dem Kunstgriff? Ach ja, die Zauberer …

Das Zuger Privileg zog daraus den Schluss: Auf Kunst können Sie sich verlassen. Also nichts wie rein damit ins Kunsthaus, eine Ausstellung für einen Tag. Und so wurden Kunsthonig und Kunstdünger, Kunststoff und Kunstrasen, Kunstseide und Kunstschnee ins Kunsthaus gebracht, dazu konsumierbare Beispiele der Kochkunst, die live zubereitet wurden. Kunstlieder wurden vorgetragen und bei den Kunstmärchen wurde ausdrücklich auf Politiker verzichtet. Kunstradfahrer zeigten ihr Können, und ein Zauberer beglückte nicht nur die Kinder. Dieses Happening wurde in einem Bild- und Textband dokumentiert. 

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