ZUGER PRIVILEG
 

Der Pilzsonntag, 16. Oktober 2000



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Alte Ziegelei Baar

Nach der Kunstausstellung stand dem Zuger Privileg der Sinn nach etwas Natürlichem. Was wäre natürlicher als Pilze, die unaufgefordert dort wachsen, wo es ihnen gefällt? Züchten lassen sich erst wenige Sorten, und die schmecken auch danach. Aber halt! Das Zuger Privileg konnte jetzt nicht einfach dem platten Ruf: „Zurück zur Natur!“ folgen. Die Natur musste zur Kunst erhoben werden. Das gelang mit Werni Hofmann, Illustrator und Holschneider, Lehrer an der Hochschule Luzern. Der hat es sich angewöhnt, Pilze, bevor er sie verspeist, zu malen. Betörend schöne Blätter sind daraus entstanden. Und da Pilze auch etwas Metaphysisches haben, kam der Theologe, Schriftsteller und Weltreisende Al Imfeld wie gerufen, um eine kleine Laudatio auf Werni Hofmann zu halten. Natürlich wurde auch an die Risiken gedacht. Der Pilzkontrolleur Fritz Leuenberger gab Tips, wie die Tücken der Natur erkannt werden können. Auf diese Weise geistig gestärkt, konnten sich die Gäste einem Pilzrisotto widmen, das Mitglieder des Zuger Privilegs für sie bereitet hatten. Abgeschlossen wurde der Tag mit einem „Kunstmärchen“, das Al Imfeld vortrug.

Als Intermezzo las Silvia Feusi in sakraler Aufmachung nichts als Namen von Pilzen - staubtrockene, schmierige, obszöne, witzige, zotige, tödliche, beschreibende. Wer hätte gedacht, dass der Wortschatz des Volksmundes so reichaltig und umfassend ist? 

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