ZUGER PRIVILEG
 

Der Wiederkehr der Werte, 31. Januar 2002


Woran kann man sich halten in Zeiten der Katastrophen? 11. September 2001, Anschlag in Zug, Swissair Grounding, Brand im Gotthard-Tunnel, Absturz einer Crossair Maschine bei Zürich und der Börsencrash: Was als stabil galt, war erschüttert. Der Arzt, Psychiater und Familientherapeut Helm Stierlin hat über die „Haltsuche in der Haltlosigkeit“ geschrieben. Auf Einladung des Zuger Privilegs sprach er über die Werte, die jeder Mensch für sich, aber erst recht im Zusammenwirken mit anderen Menschen erschafft. Es gibt nicht die ein für allemal geltenden absoluten Werte. Was für den einen zentral ist, hat für den anderen kaum eine Bedeutung, wofür sich der eine schämt, ist dem anderen gleichgültig.

Hat Stierlin nicht mehr als diese Form der Beliebigkeit zu bieten? Zusammen mit einem ungarischen Arzt hat Stierlin untersucht, in welcher Weise sich ein religiöser Halt auf die Fähigkeit auswirkt, mit Krisen und Krankheiten zurecht zu kommen. Dabei hat sich gezeigt, dass ein Grundvertrauen in das Leben, ein Glaube also, der nicht dogmatisch ausformuliert sein muss, gerade in schwierigen Situationen die stärkste Stütze ist. Wer sein Leben als Aufgabe begreift, es als sinnvolles Ganzes anerkennt, der hat mehr davon. Je mehr Wert man seinem Leben beilegen kann, desto wertvoller wird es: eine einfache und motivierende Botschaft. 

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