ZUGER PRIVILEG
 

Ein Konzert - mit Wortlauten oder Lautworten, 19. Oktober 2004



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Aula der alten Kantonsschule Athene Zug

Dass gesprochene Worte auch aus Tönen bestehen, fällt uns im Alltag kaum auf. Das Zuger Privileg wollte einmal die Aufmerksamkeit auf dieses alltägliche, aber eben kaum beachtete Phänomen lenken. Dazu lud es Jaap Blonk ein, einen Stimmkünstler, der es zu weltweitem Ruhm gebracht hat. Seine Kunst besteht darin, Laute aus Vokalen und Silben zu bilden, ohne dass diese einen „wörtlichen“ Sinn ergeben, wohl aber als (Laut-) Komposition. Ein bisschen erinnert das an den Scat-Gesang im Jazz, der allerdings gegenüber Blonks Klang- und Silbenkaskaden eher harmlos wirkt. Blonk: „Fümms bö wä tää zää Uu, pögiff kwii Ee.“ – Der aufmerksame Leser hat natürlich sofort gemerkt, dass es sich hierbei um den Beginn der Ursonate von Kurt Schwitters handelt, die dieser in den Jahren von 1921 bis 1932 komponiert hat.

Jaap Blonk beeindruckte nicht nur mit seiner temperamentvollen Produktion von Lauten, Silben und Tönen. Dieser Hüne, der von sich selbst sagt, er sehe bieder wie sein Vater aus, der Milchmann war, ist selbst ein Suchender. Als Grenzgänger hat er das Publikum nicht bloss unterhalten, sondern mitgerissen in eine Welt, die sich in den Tönen der Worte manifestiert.

Jaap Blonk reiste gleich weiter zu seinem nächsten Auftritt im Centre Pompidou in Paris. 

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