ZUGER PRIVILEG
 

Ab ins Muotatal, 02. September 2006



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Mit dem gelben Oldtimer ins Himmelblau

Sind Hexen bessere Menschen?
Woher kommt der Name Büchel?
Warum sagt man: „Es hat Katzen gehagelt?“

Diese Fragen wurden auf unserem Ausflug ins Muotatal nicht beantwortet. Dafür wurden die hundert Mitglieder nach einer gemütlichen Fahrt in alten Postautos ins Tal geführt. Die Aufmerksamkeit war uns bei der Fahrt von Zug via Arth-Goldau, Lauerz und Schwyz gewiss, nicht zuletzt wegen dem klingenden „Dü-da-do“.
„Wetterschmöcker“ sind auch nur Menschen. Sie beobachten mit viel Gespür und Beobachtungsgabe das Geschehen in der Natur und ziehen daraus ihre Schlüsse. Was uns im kommenden Winter blüht, konnten wir nicht in Erfahrung bringen, dafür welche Rolle die Ameisen für die Kurzwetterprognose spielen. Peter Suter, der bald 80-jährige „Wetterseher“ überzeugte mit seinen Aussagen über das Wetter, das Leben in und mit der Natur und seinen Tipps, wie man sich im hohen Alter noch fit halten kann.
Sandra Imlig, die junge Drogistin aus dem benachbarten Ibach, erklärte mit viel Fachwissen die Eigenarten und Wirkungsweisen der Kräuter, welche auch an den sonnigen Hängen oberhalb der Muotataler Kirche wachsen. - Ob sie vielleicht doch eine Hexe ist?
Mit urchigen Klängen begrüsste uns das Trio Schattenhalb auf der Sonnenseite, bei Albin Suter im Restaurant Alpenblick. Mit Schwyzerörgeli, Bass und Besenstil gaben die vier Mutotataler (Trio grande) einheimische Klänge zum Besten.
Wenn der Baarer Hans Kennel, mit seiner Affinität für archaische und möglichst unverfälschte Volksmusik, mit seinen Musikantenfreunden, Vater und Sohn Trütsch, auf dem Büchel spielt, lässt dies bei vielen Zuhörern die Nackenhaare steigen. Zurück aus Norwegen präsentierte er uns seine neue Entdeckung, eine Lure, den norwegischen Büchel.
Der „Ein-Minuten-Jodel“, vorgetragen von Hans Kennel und der Glarner Rocklady Betty Legler bildete den Abschluss des musikalischen Teils.
Nach dem Zabig erfuhren wir die Geschichte der letzten Hexe aus dem Muotatal. Die Autorin, Margrit Schriber, las aus ihrem letzten Buch „Das Lachen der Hexe“ über ein trauriges Kapitel in der Geschichte des Christentums im Allgemeinen und des Muotatals im Speziellen.
Darin wird die wahre Geschichte der letzten, zur Hexe verurteilten Frau im Muotatal erzählt. Die Schauspielerin Prisca Anderhub spielte in der Rolle der Hexe Anna Maria Schmidig, Frau des Kastenvogts, auf sehr eindrückliche Art einzelne Szenen aus dem Buch.
Nach soviel Natur und Kultur verliessen die Zuger Privilegierten bei schönstem Spätsommerwetter, in bester Laune, in den gelben Postautos das Tal. - Es isch schön gsii!

 

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