ZUGER PRIVILEG
 

GV, 26. Februar 2007


Die GV 07 in der Burg

Die Burg eignet sich als Symbol für die erstaunliche Konstanz des Zuger Privilegs. Wie der Präsident Heiri Scherer in seinem Jahresbericht ausführte, ist die Schar der Mitglieder auf 334 angewachsen. Im vergangenen Vereinsjahr gab es ganze vier Austritte, zwei wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen, einen wegen Wegzuges und nur einen „echten“ aus Gründen, die mit dem Zuger Privileg zu tun haben. Aber der Versammlungsort war nicht als Symbol der Stabilität gewählt worden, sondern wegen einer bemerkenswerten Ausstellung, deren Mittelpunkt die Holzschnitte des Zuger Künstlers Werner Hofmann bildeten. Der Holzschnitt als einer der ältesten Drucktechniken ist durch neue Verfahren nicht vollständig verdrängt worden, denn er hat seine eigene Ausdruckskraft. Werner Hofmann gehört ganz sicher zu den bedeutendsten Künstlern dieses Mediums, nicht nur in Zug und nicht nur zu seiner Zeit, 1925 bis 2005.

Wo findet man noch Holzschnitte? Hier und da in Galerien, hier und da als Buchillustrationen, regelmässig aber im Zuger Kalender. Hofmann hat ihn mit seinen Arbeiten geprägt. Der Zuger Kalender führt die alte Tradition der Hauskalender fort. Bis heute kennt man das „Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes“, das Johann Peter Hebel zuerst 1811 herausgab. Schriftsteller wie Jeremias Gotthelf und Peter Rosegger waren in den Hauskalendern ebenso vertreten wie später Oskar Maria Graf und Walter Benjamin. Auch Bertold Brecht hat Kalendergeschichten geschrieben, damit aber weit mehr als Unterhaltung bieten wollen. Der Zuger Kalender enthält Geschichten international bekannter Autoren und aus der Region wie Heidy Gasser, Martin Stäheli oder Andreas Iten.

Höhepunkt dieses Abends war eine Lesung von Markus Sutter, seines Zeichens Lehrer und mit Werner Hofmann freundschaftlich verbunden. Mit viel Können und Ausdruck trug er aus dem Zuger Kalender Werke regionaler und internationaler Schriftsteller vor. Was sonst noch geschah? Ach ja, die GV. Der Vorstand wurde entlastet, das neue Budget genehmigt, die Kassenwärterin Alice Felber übergab nach langjähriger Tätigkeit die Kasse an Toni Camenzind, bleibt aber weiterhin Vorstandsmitglied. Für die zurücktretende Barbara Schmutz wurde Paula Marty per Akklamation neu in den Vorstand gewählt. Und natürlich gab es einen Ausblick auf die kommenden Veranstaltungen, die einmal mehr das Unbekannte am Bekannten hervorheben werden.



















 

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