ZUGER PRIVILEG
 

Le Train, le Bateau, le Bagage, 08. Juni 2007



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Luxus Reisen – die Aura der Exklusivität
Axel Plambeck präsentierte zum ersten Mal seine Reisegepäck-Sammlung

Wer mit dem Schiff auf dem Seeweg von Luzern zum Hotel Seeburg gelangte, war definitiv privilegiert. Kurze Passage – grosser Effekt. Umwege produzieren oft überraschenden Mehrwert. Rigi und Pilatus als Fixpunkte im Blick, konnte man sich an der sanften Überfahrt freuen. Eine gelungene Einstimmung auf die Zeitreise, auf die der passionierte Sammler Axel Plambeck das Publikum mitzunehmen versprach.

Der Verein Zuger Privileg und die Stiftung der Freunde Kunsthaus Zug hatten zu der exklusiven Veranstaltung gemeinsam eingeladen. Mit Gewinn. Das zahlreich erschienene Publikum reckte gespannt die Hälse, um einen Blick auf ausgewählte Stücke der Sammlung zu werfen, die Axel Plambeck zum ersten Mal einem grösseren Öffentlichkeit zeigen wollte.

Schnuppern am Glanz vergangener Tage, als Reisen Luxus war, ein Privileg der happy few.
Der prächtige Panoramasaal, einer der schönsten seiner Art in der Schweiz, erwies sich dafür als Glücksfall. Sammlung und Saal ziehen ihren Reiz aus verwandten Epochen. Ein Hauch von British Empire verbindet beide. Schliesslich war es englischer Pioniergeist, der das (exklusive) Anlitz des frühen europäischen Tourismus geprägt hat.

Unter dem riesigen Wandbild mit Männlichengipfel, Jungfraumassiv und Lauterbrunnen zauberte Axel Plambeck, gekonnt assistiert von zwei Hotelangestellten, Stück für Stück aus dem reichen Fundus seiner Sammlung – von ganz gross zu klitzeklein, von beinahe untragbar schwer zu federleicht. Koffern, Taschen, Mappen, Hutschachteln für Melone und Zylinder, Picknickkörbe, Taschentücheretuis, Necessaires mit Rasiermesser, Becher, Nagelfeilen, Scheren. Das Utensil und sein Behältnis – auf Reisen oder einfach unterwegs wird daraus eine logistische Knacknuss. Axel Plambecks Sammlungsstücke demonstrierten den Ehrgeiz von einst, diese mit Eleganz zu lösen.

Denn was die Menschen einst glaubten, auf der Reise bei sich haben zu müssen – auf den ersten Blick ging es damals so ganz anders nicht zu. Axel Plambecks kundige Präsentation liess erahnen, es sind die Raffinesse und die (gesellschaftliche) Exklusivität, die den Reiseartikeln seiner Sammlung den unverwechselbaren Stempel aufdrücken und den Unterschied zu heute ausmachen. Denn welcher Hobbymaler von heute besitzt schon einen Malkoffer aus Mahagoni? Oder wessen Sportbeutel ist mit dem erlesenen Lederkoffer eines Polospielers zu vergleichen? Stiefel mit Sporen samt Spanner hielt Axel Plambeck vor einem amüsierten Publikum in die Höhe. Aufwendige Handarbeit, hochwertige Materialien und vor allem ein bisweilen skurriler Ideen- und Einfallsreichtum verleihen ihnen die heute exotische Aura des Luxus.

Ein Dinosaurier seiner Art ist auch das (Erb-)Stück, das den Anstoss zur Sammlung gab – ein Aktenkoffer mit einer Vielzahl von Schubladen. Er lässt ahnen, was es früher hiess, auf einer Geschäftsreise zu sein. Ein grosser Überseekoffer der Marke Louis Vuitton, bis heute Inbegriff luxuriösen Reisegepäcks, musste von zwei Dienstmännern getragen werden. Ein weiteres Exemplar mit berühmtem Canvas Muster und Signet „LV“, ein Schuhkoffer, löste beim weiblichen Geschlecht Entzücken aus. Fächer, so weit das Auge reicht, Platz für eine Vielzahl von Schuhen.
Ob unterwegs in Sachen Beruf, Hobby oder Freizeit – Axel Plambecks aufschlussreiche Präsentation liess den zeitgebundenen Charakter der Sammlungsobjekte auf faszinierende Weise aufscheinen. Kleine Alltagsutensilien spiegeln ihre Welt auf besonders intime Weise. Ganz nebenbei plaudern sie die Vorlieben und Geschichten einer Epoche aus. Wie die Aktentasche, die Schlupffächer für drei Flachmänner bereithält. So also wurde der Prohibition stilvoll ein Schnippchen geschlagen. Die Begeisterung für das Picknick im Freien spiegelte sich in einem bis ins Letzte ausgeklügelten Variantenreichtum im einschlägigen Angebot: Picknickkoffer für warme Küche mit Spirituskocher und Thermosflasche und/oder für kalte Speisen. Klar, dass in diesem Kleinformat-Kosmos ein komplettes Teeservice nicht fehlen durfte.
Nach der Präsentation konnte das Publikum in aller Musse die Stücke von ganz nah betrachten. Ein Vergnügen für sich. Axel Plambeck, der erfahrene Sammler, lieferte dabei so manches spannende Detail nach. 

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